Modler und Grimm.
Und Grimm und Modler.
Lukas Grimm
Viele Jahre haben sie nur öffentlich improvisiert. Der eine hat in einem abgedunkelten Kirchen -raum Gedichte sprachlich inszeniert, der andere saß hundert Meter entfernt an der Orgel und hat unvorbereitet musikalisch darauf geantwortet. Ein Musikprofi und ein Text-profi, der eine aus der Großstadt, der andere vom Dorf, Altersdifferenz dreißig Jahre – das Duo Modler und Grimm. Auf diese Weise wurde Barockdichtung ebenso belebt wie expressionistische Lyrik, alte heilige Texte ebenso wie Dada.
Peter Modler
Mit den Jahren verschwam-men die Grenzen; der eine ging unten vom Lesen zum Singen über, der andere spielte oben immer mehr mit Geräuschen und ungewöhnlichen Sounds. Dort, wo beide sich trafen, entstand ein unvorher-sehbares akustisches Erlebnis. Eines dieser regelmäßigen Events ist auf dieser Homepage zum Download veröffentlicht – „Zu wild. Zu bang“, ein Live-Auftritt zu Hölderlins Ehren.
Aber bei der Improvisation blieben sie nicht stehen. Im Studio haben sie sich auch schon herumgetrieben, mit Blues und Walzer ebenso wie mit Tango und Swing. Herauskam das Album „Dem Tod gehört auf’s Maul“. Der Texter Modler hat dafür, genau, getextet, auch die Melodien stammen von ihm; doch bereits das Aufschreiben in einem Notensystem bekommt er ohne den musikalischen Profi Grimm gar nicht hin. So etwas wie ein Arrangement sowieso nicht. Das erledigt dann Grimm, mit Bravour, und so etwas wie den Lead im Studio sowieso. Ihr Thema ist der Tod, gewiss, aber ohne jede Nieder-geschlagenheit, eher herrscht eine gewisse grobe Spottlust vor, ein Unterton von hard facts und Beschwingtheit. Was kann man schon machen mit dem Tod? Vielleicht am ehesten dazu singen. Oder tanzen…
Für die Produktion dieses Albums waren dabei: der - inzwischen leider verstorbene - Bassist Wolfgang Fernow und der Schlagzeuger Frank Bockius.
Inzwischen steht das Duo Modler/Grimm schon wieder an einem ganz neuen Ort. Denn 2022 begann Peter Modler die Arbeit an einem ausgesprochenen Groß-werk, der „Alemannischen Passion“. Die enge Zusammenarbeit der beiden Partner erreichte damit einen ausgesprochenen Höhepunkt. Modler schrieb nicht nur alle Texte der insgesamt neuen Songs, sondern sang bei vielen Songs auch ein oder meh-rere Stimmen ein. Die schickte er per Sounddatei seinem Kompagnon Grimm; der wiederum wandelte das Gehörte in eine veritable Notation um, baute ein Arrangement für vier Chorstimmen inklusive raffinierter musikalischer Elemente, ergänzte die Melodien und schrieb die Klavierpartitur dazu. Und wer ist jetzt dabei der Komponist? Ja beide. Die Grundidee dieser Passion war nicht nur, sie inhaltlich gegen den Strich zu bürsten und das Passions-Geschehen damit neu, gegenwärtig und nah zu machen, sondern sie auch ganz bewusst für Laienchöre singbar zu komponieren.
Die Uraufführung dieses Werkes fand 2025 statt, seither mehren sich die Aufführungen und jedes Mal ist die Begeisterung groß bei den Mitwirkenden wie beim Publikum. Und da sind wir jetzt. Vorläufig!
Modler & Grimm
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